Ungelöste Probleme

Zugang zu Zitadelle und Zitadellenpark

Wichtiges Ziel der Planungen des Bezirks in den letzten rund 10 Jahren war und ist es, die Attraktivität der Zitadelle und ihrer Umgebung für Touristen und Erholungssuchende zu erhöhen. Das größte Hindernis jedoch, was der Wahrnehmung der Zitadelle und Zitadellenpark als „Kleinod“ im Weg steht, wird mit den bisherigen Planungen nicht beseitigt: Der unsägliche Fußweg, um überhaupt hin zu gelangen, führt entlang der stark befahrenen, verlärmten und abgasgeschwängerten Straße Am Juliusturm und muss außerdem noch mit dem Radverkehr geteilt werden. Ohne neue Zugänge (Brücke oder Übergang Kolk – Schleuse z.B.) wird der Zugang wie gehabt unattraktiv bleiben.

Gestaltung Eingangsbereich

Eine Planung für den recht lieblos gestalteten Eingangsbereich liegt bislang nicht vor. Die Abkopplung von der Gesamtplanung FEK finden wir problematisch, da viele Zusammenhänge mit den Planabsichten westlich und östlich davon bestehen, z.B. bezüglich Wegeführung, Aktivitätsfelder, Abgrenzung zum Biberwald. Wir befürchten Planungsbrüche.

Der Eingangsbereich liegt im LSchGebiet und ist deshalb besonders geschützt. Sollte es dort zu Naturinanspruchnahmen über die Planungen des FEK hinaus kommen, stellt sich die Frage, wo Ausgleich im Sinne des Naturschutzrechts erfolgen soll.

Wir gehen davon aus, dass Bürger zu gegebener Zeit an der Planung des Eingangbereichs beteiligt werden.

Ausgleich für die Naturschutzeingriffe

Die Eingriffe in den Zitadellenpark bei der Neugestaltung sind aus Sicht des Naturschutzes erheblich. Und das Naturschutzrecht ist diesbezüglich eindeutig. Diese Eingriffe müssen im Rahmen des jeweiligen Vorhabens ausgeglichen werden – gleichwertig, vor Ort und zeitnah. Das Vorgehen, Eingriffe jetzt oder in den nächsten Jahren, den Ausgleich „Renaturierung der nördlichen Vereinsfläche“ erst irgendwann nach 2030, verstößt klar gegen diese Gesetzesvorschriften! Und ein Ausgleich – gleichwertig, vor Ort und zeitnah – kann eigentlich nur auf den Vereinsflächen im Norden erfolgen.

Wo die zu erwartenden naturschutzrelevanten Eingriffe bei der Neugestaltung des Eingangsbereichs ausgeglichen werden sollen, ist völlig offen.

Aktualisierung der Landschaftsschutzverordnung

Die Landschaftsschutzverordnung stammt aus dem Jahr 1958. Inhaltlich und bezüglich ihrer räumlichen Ausdehnung ist diese völlig veraltet und sollte dringend heutigen Anforderungen entsprechend aktualisiert werden.

Landschaftsschutzgebiete sind laut Bundesnaturschutzgesetz

„…rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft erforderlich ist

1. zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts oder der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, einschließlich des Schutzes von Lebensstätten und Lebensräumen bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten,

2. wegen der Vielfalt, Eigenart und Schönheit oder der besonderen kulturhistorischen Bedeutung der Landschaft oder

3. wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Erholung…“ (§ 29 BNatSchG 2020)

Der Nordteil des Zitadellenparks – die öffentlich nicht zugänglichen Pachtflächen der Vereine – erfüllt die oben genannten Kriterien in herausragendem Maße. Dass die Vereinsflächen bei der Ausweisung des Landschaftschutzgebietes Zitadelle 1958 ausgespart wurden, kann man sich eigentlich nur als politisch motivierte Entscheidung erklären, jedenfalls ist dies und war es bereits damals nicht inhaltlich zu begründen.

Die BI fordert nachdrücklich die inhaltliche Aktualisierung der Landschaftsschutzverordnung und die räumliche Ausdehnung auf die gesamte Fläche des Zitadellenumfeldes.

Sperrung aller Gräben

Der östliche Zitadellengraben und der südliche Abzugsgraben sind für Bootsverkehr gesperrt, nicht aber der nördlich-westliche Graben. Dieser ist – wie die bereits gesperrten Gräben – aus Sicht des Naturschutzes besonders wertvoll und schützenswert. Wasservögel in großer Zahl brüten dort, ziehen dort ihren Nachwuchs auf. Der Graben beheimatet wertvollste Schwimmblatt- und Laichkrautgesellschaften. Der Graben weist alle Eigenschaften eines Biotops auf, der durch Naturschutzrecht (§30 BNatSchG) bereits unmittelbar geschützt und vollständig und unversehrt zu erhalten ist. Zumeist aus Unkenntnis wird der Graben vielfach befahren von Motorbooten, Ruderbooten, Kanus, Paddelbooten und Stand-Up-Paddlern. Dies führt zu erheblichen Beschädigungen der Lebensräume von Tieren und Pflanzengesellschaften. Die Sperrung – in gleicher Weise, wie bei den anderen Gräben bereits erfolgreich praktiziert – ist dringend geboten

Langfristige Pflege des Parks

Jahrzehntelang lag der Zitadellenpark im ,,Dornröschenschlaf‘ – weitestgehend ohne jede Pflege von Vegetation, Wegen oder lnfrastruktur. Die ursprüngliche Struktur des Parks nach den Ideen der Volksparkbewegung sind zwar noch zu erkennen, aber es ist eine große und langfristige Herausforderung, den verwilderten Park wieder in eine zeitgemäße und zugleich den besonderen kulturhistorischen Wert des „Volksparks“ achtende Form zu bringen.

Ein zukünftiger Beratungsgegenstand im Parkrat wird die Erstellung eines langfristigen Pflegeplans sein. In den bislang vorliegenden Planungsunterlagen sind zwar ausgezeichnete Unterlagen zum aktuellen Zustand der Vegetation dokumentiert. Die Ausführungen zu Zielen (wie sollen die naturnahen Parkflächen zukünftig eigentlich aussehen?) und zu zielführenden Pflegeeingriffen sind allerdings arg allgemein und nicht praktikabel.

Die BI hat deshalb im Oktober 2019 ein Positionspapier „Anregungen zum Pflegeplan 2019 – 20??“ zur Diskussion gestellt …..siehe hier: http://bi-zitadelle-spandau.de/?p=264

Vermüllung

Im Zitadellenpark finden sich zum Teil großflächig Abfälle, da seit Jahrzehnten auch diesbezüglich kaum gepflegt. Dies Problem besteht bis zum heutigen Tag – Lösung durch regelmäßige Müllentfernung ist dringend geboten.

Auf die besonders gravierenden Abfallprobleme im Umfeld der Flächen der Wasserfreunde 04 wurde bereits im FEK (2016: 60) hingewiesen ( insbesondere Grünschnittabfall, Tennissand in großer Menge, kontaminiertes Altholz).

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