Gefährdungen – Klimakatastrophe droht

Der Klimanotstand1 ist längst da in Berlin. Die letzten 4 Jahre sind durch extremes Wetter zu charakterisiert. Sollte das so weiter gehen – und das ist zu befürchten – hat das unabsehbare Folgen für die Menschen und die Natur. Auch die prächtigen Baumbestände im Zitadellenpark sind hochgradig gefährdet durch Stürme, fehlende Niederschläge und hohe Temperaturen.

Stürme

Der Sturm Xavier am 5. 10. 2017 hat in allen Grünanlagen und Wäldern in Spandau und im Besonderen auf der Zitadelle schwere Schäden an Baumbeständen verursacht – Würfe von Bäumen, Bruch von ganzen Bäumen, Kronenschäden durch Astbrüche (mit Nachwürfen durch Sturm Herwart 30.10.17).

Die noch stehenden Bäume haben durch diese Herbststürme allerdings starke Schwächung durch Wurzelrisse und unterirdische Wurzelverletzungen erfahren – alles unsichtbare Schäden von großer Bedeutung für das Weiterleben der Bäume. Sie sind in ihrer Vitalität geschwächt und anfällig für weitere Stürme genauso wie für andere Stressfaktoren (Trockenheit im Sommer, Pilze, Insekten usw.). Abzusehen ist, dass diese geschwächten Bäume (als Beitrag zum Überleben der Art) in den nächsten Jahren vorrangig in Nachkommenschaft (Blüte, Früchte wie Kastanien oder Buchecker) investieren werden unter Zurückstellung anderer Lebensfunktionen. Ältere große Bäume brauchen daher viele Jahre, um Schäden aus schweren Stürmen zu heilen, neue Feinwurzeln zu bilden und die alte Widerstandskraft gegen Stürme wieder zu erlangen.

Hauptwindrichtung des Sturms Xavier war Westen. Auch zukünftig ist mit Stürmen aus der Hauptsturmrichtung Westen zu rechnen. Die Schäden auf der Zitadelle finden sich deshalb vorrangig auf der Westseite. Baumfällungen müssen im Westen unbedingt unterbleiben, öffnen sie doch den Baumbestand zur Hauptsturmrichtung hin und bedeuten ein hohes Risiko für kommende Sturmschäden.

Fehlende Niederschläge

Die Jahre 2018, 2019 und 2020 waren extrem niederschlagsarm. 2020 z.B. fielen nur 477 Liter Regen – gemessen am langjährigen Durchschnitt ein Defizit von 120 Liter. Zusammen mit den Defiziten der beiden Vorjahre summiert sich das Fehl auf fast 450 Liter – ein Drama für die Natur (wie jeder / jede an den Straßenbäumen oder im Spandauer Wald leicht erkennen kann)

Die Flächen des Zitadellenparks, die nahe am Wasserstand der Oberhavel liegen, sind aktuell weniger gefährdet als andere Parks in Spandau.

Teile des Zitadellenparks werden allerdings betroffen sein von Maßnahmen der Wasserwirtschaft. Denn die fehlenden Niederschläge stellen langfristig ein großes Problem für unsere Wasserversorgung dar. Die Wasserwirtschaft wird in der Zukunft alles tun, um Wasserreserven zu bilden und das Wasser mit gegebenen Mitteln so lange wie möglich in der Landschaft zu halten. Folge im Zitadellenpark: Das Wehr (zwischen Ober- und Unterhavel) wird zumeist geschlossen bleiben mit Folgen für die Lebensräume für Tiere und Pflanzen im unteren Abzugsgraben. Kanusport unterhalb des Wehrs wird dort – wie bereits 2019 und 2020 zu beobachten – mangels Fließwasser kaum mehr möglich sein.

Temperatur

Seit 1908 gibt es in Berlin liegen Temperaturmessungen vor. Das langjährige Mittel liegt danach bei 8,8 Grad. Die wärmsten drei Jahre in diesen 113 Jahren sind die Jahre 2018 mit 11,2 Grad, 2019 mit 11,1 Grad und 2020 mit 11,1 Grad!

Fazit

Die Entwicklungen der letzten Jahre sind hochgradig beunruhigend: Fehlende Niederschläge, veränderte Verteilung der Niederschläge über das Jahr mit Defiziten gerade zu Beginn der Vegetationsperiode, hohe Temperaturen in allen Monaten verbunden mit hohen Verdunstungsraten werden – so ist zu befürchten – das Land immer weiter „austrocknen“ mit unabsehbaren Folgen für Mensch und Natur.

Alle Maßnahmen der Parkgestaltung sollten strikt und vorrangig unter dem Gesichtspunkt der Risikovorsorge entschieden werde.

1 Viele Angaben aus Tagesspiegel vom 30.12.2020

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