Sturm Xavier 2017, Hitze und Dürre im Sommer 2018 und 2019

Die Stürme 2017 und die Extremjahre 2018 und 2019 haben Bäume und Sträucher massiv geschädigt und geschwächt.

Sturm Xavier 2017

Der Sturm Xavier am 5. 10. 2017 hat in allen Grünanlagen und Wäldern in Spandau und im Besonderen auf der Zitadelle schwere Schäden an Baumbeständen verursacht – Würfe von Bäumen, Bruch von ganzen Bäumen, Kronenschäden durch Astbrüche (mit Nachwürfen durch Sturm Herwart 30.10.17). Bis Mitte November wurden die sichtbaren Schäden weitgehend beseitigt.
Die noch stehenden Bäume haben durch die Herbststürme allerdings starke Schwächung durch Wurzelrisse und unterirdische Wurzelverletzungen erfahren – alles unsichtbare Schäden von großer Bedeutung für das Weiterleben der Bäume. Sie sind in ihrer Vitalität geschwächt und anfällig für weitere Stürme genauso wie für andere Stressfaktoren (Trockenheit im Sommer, Pilze, Insekten usw.). Abzusehen ist, dass diese geschwächten Bäume (als Beitrag zum Überleben der Art) in den nächsten Jahren vorrangig in Nachkommenschaft (Blüte, Früchte wie Kastanien oder Buchecker) investieren werden unter Zurückstellung anderer Lebensfunktionen. Ältere große Bäume brauchen daher viele Jahre, um Schäden aus schweren Stürmen zu heilen, neue Feinwurzeln zu bilden und die alte Widerstandskraft gegen Stürme wieder zu erlangen.
Hauptwindrichtung des Sturms Xavier war Westen (auch zukünftig ist mit Stürmen aus der Hauptsturmrichtung Westen zu rechnen). Die Schäden auf der Zitadelle finden sich deshalb vorrangig auf der Westseite. Starke, alte Bäume auf der Westseite der Zitadelle sollen nach den Planungen des Bezirks gefällt werden. Derartige Baumfällungen öffnen den Baumbestand zur Hauptsturmrichtung hin und bedeuten ein gesteigertes Risiko für kommende Sturmschäden. Kurz: Jetzt Fällungen starker und hoher Bäume im Westen der Zitadelle vorzunehmen ist hochriskant und sollte unbedingt für einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren zurückgestellt werden.

Hitze und Dürre im Sommer 2018 und 2019

Die Sommer 2018 und 2019 waren im Vergleich zu allen Vorjahren Jahr extremer Hitzetemperaturen und viel zu wenigen Niederschlägen. Nach dem Stürmen 2017 bedeuten Trockenheit und Hitze für die Bäume und Sträucher im Zitadellenumfeld zusätzlichen Stress und weitere Vitalitätsschwächung.

Stand Oktober 2019: Die Wasservorräte in den Böden sind erschöpft. Sollte es im Winter und Frühjahr 2019 / 2020 nicht viel Regen geben, ist Schlimmes für die Vegetation zu befürchten

Zeichen für den Klimawandel?

Zu Recht werden diese Extremjahre im Zusammenhang mit dem bedrohlichen Klimawandel diskutiert. Auch in Zukunft müssen wir mit Stürmen, Hitzestress und Dürreperioden in bislang nicht gekanntem Umfang und Häufigkeit rechnen.

Die Planungen des Bezirks sollten diesbezüglich dringend unvoreingenommen erneut geprüft und revidiert werden.

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