Baumfällungen für Sichtachsen und neue Freiflächen

Baumfällungen für Sichtachsen und neue Freiflächen

Mehr als 30 starke, alte und prächtige Bäume sowie eine große Zahl kleiner Bäume und Sträucher, wurden im Winter 17/18 gefällt – vielerorts in Form flächiger Räumungen. Es sollen sogenannte Sichtachsen und neue Freiflächen entstehen. Ziel soll sein, historisch wertvolle Orte innen (Lünetten, Erdwälle im Umfeld der Zitadelle) sowie die Festungsanlage von außen, von der Stadt aus sichtbar zu machen.

Das wurde von uns strikt abgelehnt – leider ohne Erfolg:

Die Fällarbeiten wurden trotz unserer Argumente und trotz der veränderten Lage nach dem Herbststurm „Xavier“ ohne jegliche Abstriche plangemäß durchgeführt:

  • Einige Fällungen waren zweifelsfrei notwendig – Aufarbeitung Sturmwurf oder Gefahrenabwehr (z.B. beim Freilichttheater)
  • wenige Fällungen zumindest verständlich,
  • viele Fällungen unnötig oder gar ohne Sinn (u. a. Sichtachse zum Kolk = Lärmachse; „Sichtfenster“ zu den „scheußlichen“ Autowerkstätten am westlichen Abzugsgraben)

Im Ganzen hat das Zitadellenumfeld, wie von uns befürchtet, erheblich an Naturschutzwert und an Reiz für Erholungssuchende verloren, wie Vorort unschwer zu erleben ist.

 

Unsere Argumente gegen Fällungen und flächige Räumungen

Denn die prächtigen Altbäume haben einen hohen Naturschutzwert, Individuum für Individuum. Darüber hinaus sind sie wertgebend als Teil des gesamten Ökosystems. Das Ganze verliert seinen Wert durch die Entnahme der Altbäume.

Auch die Jungwüchse und Sträucher sind von unverzichtbarer ökologischer Bedeutung für den Parkwald:

Jeder / jede kann besonders im Frühjahr erleben, wie es dort „kreucht und fleucht“, blüht und brummt, singt, brütet und Futter sucht. Sie sind Nahrungsgrundlage für die Fledermäuse nach dem Winterschlaf, Jagdgebiet für den Habicht, und vieles mehr.

Prächtige alte Bäume sind schließlich von herausragender Erlebnisqualität für Erholungssuchende. Sie prägen nachhaltig deren Erleben des Parkwaldes. Die Vegetation im Westen der Zitadelle hat große Bedeutung für den Lärmschutz. Allein aus diesem Grund sollten Bäume dort keinesfalls geschlagen werden:

  • Die vielen neuen Freiflächen (bei den Lünetten Nordkurtine, Kronprinz, König, Südkurtine, und Königin sowie die drei Balkone Vorplatz, Zitadellenweg und Krienicker Bucht) werden schnell verwahrlost und vermüllt sein,
  •  Besucher künftig davon abhalten, die Zitadelle weiterhin aufzusuchen und
  • die Bodendenkmale (Erdwalle, Lünetten) gefährden wegen Vandalismus.

Diese Vorhersage kann unschwer mit Erfahrungen an anderen Orten in Spandau und an den bestehenden Freiflächen im Zitadellenumfeld belegt werden. Könnte es nicht auch sein, dass die Bodendenkmale über Jahrhunderte deshalb erhalten werden konnten, weil sie durch Vegetation geschützt waren?

Zusammenfassend: Das Schlagen der Sichtachsen und Freiflächen wird den herausragenden Wert dieses Parkwaldes für Naturschutz, Naherholung und Lärmschutz erheblich schmälern!
Zu befürchten ist, dass das Zitadellenumfeld von einem Ort der stillen kontemplativen Erholung zu einem touristisch vermarktbaren Rummelplatz entwickelt wird. Dies kann nicht im Interesse der Bewohner der Spandauer Altstadt und Umgebung sein, die diesen Ort zur Naherholung dringend benötigen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.